Pro­gramm

© DCM Film Distribution

Wett­be­werb Literaturadaption

Sechs Spiel­fil­me, alle­samt Müns­ter-Pre­mie­ren, sind in die­sen Wett­be­werb ein­ge­la­den. Alle von ihnen haben in unter­schied­li­cher Art und Wei­se lite­ra­ri­sche Wer­ke zur Grund­la­ge, von der klas­si­schen Novel­le bis zum zeit­ge­nös­si­schen Roman oder der moder­nen Adap­ti­on einer grie­chi­schen Tragödie.

Neben dem Eröff­nungs­film Drei Kame­ra­din­nen von Mile­na Aboy­an geht mit Three Good­byes der neue Film der bas­ki­schen Regis­seu­rin Isa­bel Coixet ins Ren­nen, eben­so wie ein Publi­kums­preis­ge­win­ner aus Can­nes, das bri­ti­sche Ensem­bledra­ma I See Buil­dings Fall Like Light­ning von Clio Bar­nard. Es gibt die sel­te­ne Gele­gen­heit, einen Spiel­film kom­plett auf Wali­sisch zu erle­ben, mit der zeit­ge­nös­si­schen Iphi­ge­nie-Adap­ti­on Effi o Blaen­au sowie den neu­en Film des nie­der­län­di­schen Oscar-Preis­trä­gers Mike van Diem, Our Girls mit Thek­la Reu­ten. Kom­plet­tiert wird der Wett­be­werb mit der Deutsch­land­pre­mie­re von Late Fame mit Wil­lem Dafoe, der eine Schnitz­ler-Novel­le gekonnt in die New Yor­ker Künst­ler­bo­hè­me verlegt.

Eine Jury ver­gibt den Preis für den bes­ten Film, dotiert mit 5.000 Euro und gespen­det von der Stif­tung Müns­ter der Spar­da-Bank West, am Abschluss­abend des Festivals.

Die Fil­me im Wettbewerb

Die Jury

Anna Brüg­ge­mann

Gebo­ren 1981, wuchs in Süd­afri­ka, Stutt­gart und Regens­burg auf. 1996 stand sie erst­mals als Schau­spie­le­rin vor der Kame­ra, seit 2004 schreibt sie Dreh­bü­cher. 2014 gewann sie zusam­men mit ihrem Bru­der den Sil­ber­nen Bären der Ber­li­na­le für das Dreh­buch zu Kreuz­weg. Sie schrieb zusam­men mit Caro­li­ne Link das Dreh­buch zu Als Hit­ler das rosa Kanin­chen stahl, ihr lite­ra­ri­sches Debüt Tren­nungs­ro­man wur­de 2021 mit dem Debüt­preis der lit.cologne ausgezeichnet.

Fränz Hau­se­mer

Gebo­ren 1975. Nach sei­nem Stu­di­um der Musik sowie von Film und Fern­se­hen in Lon­don arbei­te­te er an Pro­jek­ten u.a. in Frank­reich, Deutsch­land, Ita­li­en, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na und Bel­gi­en. In Luxem­burg ist er Grün­der und Co-Direk­tor der Thea­ter- und Musik­kom­pa­nie JUCAM. Zu sei­nen Arbei­ten zäh­len zahl­rei­che Kom­po­si­tio­nen für Film und Live-Auf­füh­run­gen, drei Doku­men­tar­fil­me sowie zwei Alben als Song­wri­ter und Kom­po­nist. Außer­dem ist er als Schau­spie­ler und Leh­rer tätig.

Elte Rauch

Autorin und Grün­de­rin von Het­Mo­et Publi­shing, einem unab­hän­gi­gen Ver­lag in Ams­ter­dam. Sie stu­dier­te Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und Phi­lo­so­phie in Bris­tol sowie Theo­lo­gie in Utrecht. Ihr Roman-Debüt Eine Frau mit schö­nen Brüs­ten – Das Tage­buch von Vee­re Wach­ter erschien im Mai 2023 im Cos­see-Ver­lag. Der­zeit lebt und arbei­tet sie sowohl in den Nie­der­lan­den als auch in Groß­bri­tan­ni­en und wohnt auf einem his­to­ri­schen Segelkahn.

© Huw Wahl

Wett­be­werb LIT.shorts

Nach­dem beim LITFILMS 2024 erst­mals ein Kurz­film­pro­gramm gezeigt wur­de, fin­det in die­sem Jahr zum ers­ten Mal ein Wett­be­werb für Kurz­fil­me statt, die sich auf unter­schied­lichs­te Arten mit Lite­ra­tur beschäf­ti­gen. Das Publi­kums­vo­ting ent­schei­det über den bes­ten Film, der mit einem Preis­geld in Höhe von 500 Euro sowie mit einer Unter­ti­telung für ein Fol­ge­pro­jekt, bei­des gestif­tet von der Unter­ti­tel-Werk­statt Müns­ter, prä­miert wird.

© Dog­woof

LIT.dok

Die Rei­he mit Doku­men­tar­fil­men aus der Welt der Bücher und Autor:innen wid­met sich in die­sem Jahr höchst unter­schied­li­chen Aspek­ten lite­ra­ri­schen Schaf­fens und sei­ner Rezep­ti­on, neben bio­gra­phi­schen Aspek­ten zu Geor­ge Orwell, Inge­borg Bach­mann, Sal­man Rush­die oder Paul Bow­les geht es auch um Dis­kur­se zur Autor:innenschaft und zur gesell­schaft­li­chen Äch­tung von Tex­ten bis hin zu exis­ten­ti­el­len Fra­gen über Leben und Tod.

© Dff

Hom­mage an Elfrie­de Jelinek

Elfrie­de Jeli­nek wur­de in der Stei­er­mark gebo­ren und ist in Wien auf­ge­wach­sen. Ihre Roma­ne dre­hen sich häu­fig um eine männ­lich-domi­nier­te Gesell­schaft und die sexu­el­le Unter­drü­ckung von Frau­en. Ihren lite­ra­ri­schen Durch­bruch schaff­te sie 1975 mit Die Lieb­ha­be­rin­nen, einer femi­nis­ti­schen Kari­ka­tur des Hei­mat­ro­mans. Ihr Roman Die Kla­vier­spie­le­rin wur­de 2001 von Micha­el Han­eke ver­filmt. Elfrie­de Jeli­nek erhielt 2004 den Nobel­preis für Literatur.

Anläss­lich ihres 80. Geburts­tag zei­gen wir vier Fil­me, die ent­we­der auf ihren Wer­ken basie­ren oder unter ihrer Mit­wir­kung ent­stan­den sind. Lieb­ha­be­rin­nen ist auch Teil des Netz­werk­tags Literaturadaption.

© Pri­vat

Film­le­sun­gen und Performances

Neben dem Film­pro­gramm im Schloß­thea­ter fin­den diver­se Lesun­gen und Per­for­man­ces auch an ande­ren Orten in Müns­ter statt. Schau­spie­le­rin Judith Hoersch, Dreh­buch­au­tor Con­stan­tin Lieb und Fil­me­ma­cher David Vaj­da prä­sen­tie­ren ihre Debüt­ro­ma­ne. Autorin und Fil­me­ma­che­rin Tamar Noort liest aus ihrem zwei­ten Roman und Rike Rei­ni­ger blickt in ihrer Roman­bio­gra­fie auf das Leben der Trick­film­pio­nie­rin Lot­te Rei­ni­ger zurück. Son Lewan­dow­ski, Resi­denz­künst­le­rin des LITFILMS 2024, schaut hin­ter die Kulis­sen des Leis­tungs­tur­nens und die bei­den Autorin­nen und Pod­cas­te­rin­nen Anja Rüt­zel & Anni­ka Brock­schmidt sezie­ren das Ver­hält­nis von Jane Aus­ten und ihren Männern.

© Isa­bel Hanke

Work­shops und Kooperationen

Bereits im Vor­feld des Fes­ti­vals sind in Koope­ra­ti­on mit dem Kul­tur­ruck­sack Müns­ter, mit der Lebens­hil­fe und der Müns­ter School of Design kur­ze Fil­me mit lite­ra­ri­schen Bezü­gen ent­stan­den, die im Rah­men des LITFILMS ihre Pre­mie­re fei­ern. Im dem künst­le­risch-doku­men­ta­ri­sches Pro­jekt Auf die Plät­ze, inspi­riert von Geor­ges Perec, wird das Flüch­ti­ge des All­tags fest­ge­hal­ten. In einem Stoff­ent­wick­lungs­work­shop unter der Lei­tung von Autor und Regis­seur Mark Lorei set­zen sich die Teil­neh­men­den mit Mär­chen, Mythen und Sagen aus dem Müns­ter­land auseinander.

© Film­welt

Netz­werk­tag Drehbuchadaption

Unter dem Mot­to DIE KUNST DER TRANS­FOR­MA­TI­ON fin­det ein gan­zer Tag zum The­ma Literatur­adaption statt. In ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tungs­for­ma­ten sol­len die Her­aus­for­de­run­gen und Hür­den des Trans­fer­pro­zes­ses beleuch­tet und dar­über hin­aus Denk­an­stö­ße gege­ben wer­den, wie auch in West­fa­len und jen­seits von Best­sel­ler­ver­fil­mun­gen Adap­tio­nen von lite­ra­ri­schen Wer­ken gelin­gen kön­nen. Neben einer Pit­ching Ses­si­on wird es ein Film­früh­stück geben, zudem Key­notes, Panels, Case Stu­dies und außer­dem Zeit zum Aus­tausch, bis es abends gemein­sam ins Kino geht.

© Artists in Residence

Artists in Residence

Die Fil­me­ma­che­rin Aïsha Noo­mi Stief und der Autor Con­rad Drey­er wur­den aus ins­ge­samt 71 Bewerber:innen für das Resi­denz-Sti­pen­di­um aus­ge­wählt. Wäh­rend ihres drei­mo­na­ti­gen Auf­ent­halts in Müns­ter und dem Müns­ter­land rea­li­siert das Duo das Pro­jekt 14+1 Wege mit Robo­tern umzu­ge­hen. In Anleh­nung an die Form eines Sonet­ten­kran­zes ent­wi­ckeln sie 14+1 Tex­te und 14+1 Kurz­fil­me, die sich mit der zuneh­men­den Prä­senz von Künst­li­cher Intel­li­genz und huma­no­iden Robo­tern in unse­rem All­tag aus­ein­an­der­set­zen. Die Ergeb­nis­se die­ser Arbeit wer­den als Werk­schau im Rah­men des Fes­ti­vals präsentiert.