Hom­mage an Elfrie­de Jelinek

Die Blut­grä­fin

25.09.2026
21:00
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Ulri­ke Ottinger

Zwi­schen Irr­sinn und Aber­witz: Die Blut­grä­fin von Kult­re­gis­seu­rin Ulri­ke Ottin­ger ist ein gro­tes­kes Gela­ge gran­dio­ser Gran­des Dames, die nach dem roten Eli­xier des Lebens stre­ben und auf der Umlauf­bahn der Deu­tun­gen abso­lut unein­hol­bar sind. Neben Isa­bel­le Hup­pert spie­len zu Höchst­form auf: Bir­git Minich­mayr, Tho­mas Schu­bert, Lars Eidin­ger, Con­chi­ta Wurst, Karl Mar­ko­vics und vie­le mehr.

Jahr­hun­der­te nach ihrem mys­te­riö­sen Ver­schwin­den taucht die Blut­grä­fin (Isa­bel­le Hup­pert) im heu­ti­gen Wien wie­der auf. Der Legen­de nach ist sie eine der flei­ßigs­ten Vam­pi­rin­nen des 16. Jahr­hun­derts, die sich rei­hen­wei­se Dienst­mäd­chen schme­cken ließ. Gemein­sam mit ihrer treu­en Zofe Her­mi­ne (Bir­git Minich­mayr) ver­sucht sie, ein gefähr­li­ches Buch auf­zu­spü­ren, das die Macht besitzt, alles Böse zu ver­nich­ten – ein­schließ­lich Vam­pi­re. Doch auch die Kon­kur­renz ist hin­ter dem Buch her: eine Alli­anz aus Vege­ta­ri­ern und Ord­nungs­mäch­ten will sie und ihre Wie­ner Vam­pir-Ban­de ding­fest machen. Und ein Kon­gress klein­geis­ti­ger Geis­tes­wis­sen­schaft­ler plant gar die Ana­ly­se der „Iden­ti­tät der Vam­pi­re im Zeit­al­ter ihrer digi­ta­len Repro­du­zier­bar­keit“. Als Unter­su­chungs­ge­gen­stand jedoch taugt die Blut­grä­fin nicht, lie­ber begibt sie sich selbst auf Schnit­zel­jagd ent­lang der präch­ti­gen his­to­ri­schen Orte Wiens. Zwei Vam­pir­for­scher und ein Poli­zei­in­spek­tor sind ihnen dicht auf den Fer­sen durch gesel­li­ge Gruf­ten, über Fried­hö­fe und auf Rie­sen­rä­der: über­all sind Spu­ren zu ent­zif­fern, die zum Buch der Bücher füh­ren. Die mor­bi­de Welt des alten Wiens – eine Biblio­thek unend­li­cher Möglichkeiten.

Ulri­ke Ottin­gers Fil­me fei­er­ten Pre­mie­re auf den wich­tigs­ten inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals und wur­den viel­fach in Retro­spek­ti­ven geehrt, zum Bei­spiel im New Yor­ker Muse­um of Modern Art, in der Pari­ser Ciné­ma­t­hè­que Fran­çai­se, dem Cent­re Pom­pi­dou und der Bien­na­le di Vene­zia. Neben ihrer Arbeit beim Film arbei­tet Ulri­ke Ottin­ger auch als Regis­seu­rin für Thea­ter und Oper. Sie insze­nier­te unter ande­rem Elfrie­de Jelin­eks Stü­cke Das Lebe­wohl (Ber­li­ner Ensem­ble, 2000), Cla­ra S. (Staats­thea­ter Stutt­gart, 1983) und Begier­de und Fahr­erlaub­nis (Stei­ri­scher Herbst, Graz 1986).Mit dem Schrei­ben des Dreh­buchs zur Blut­grä­fin hat Ottin­ger bereits in den frü­hen 2000ern begon­nen. Damals hat sie sich an Elfrie­de Jeli­nek gewandt. Sie half ihr beim Schrei­ben der Dia­lo­ge, ins­be­son­de­re mit den spe­zi­fi­schen Refe­ren­zen auf die öster­rei­chi­sche Kul­tur und Geschichte.

A/D/LUX 2026 – Regie & Dreh­buch: Ulri­ke Ottin­ger – Kame­ra: Mar­tin Gschlacht – Schnitt: Pia Dumont – Musik: Wolf­gang Mit­te­rer – mit Isa­bel­le Hup­pert, Bir­git Minich­mayr, Tho­mas Schu­bert, Lars Eidin­ger, André Jung, Karl Mar­ko­vics, Tom Neu­wirth, Bran­ko Sama­rov­ski, Inge Maux, Noah Saa­ve­dra – Deut­sche Ori­gi­nal­ver­si­on – FSK 12 – 119 min

Coverbild ©
Neue Visio­nen