Ein Film von Marc Evans nach dem Stück Iphigenia in Splott von Gary Owen
In Anlehnung an Gary Owens vielgelobtes Monodrama Iphigenia in Splott – einem modernen Theaterklassiker, der international vielfach aufgeführt wurde – ist Effi o Blaenau eine komplett walisische Interpretation der klassischen Tragödie, die für die große Leinwand neu konzipiert wurde.
Die junge Effi möchte unbedingt aus ihrem Kaff raus, in dem die Pubs geschlossen, die Arbeitsplätze verschwunden sind und ihre Großmutter Nachtschichten in der örtlichen Pommesbude schiebt, nur um über die Runden zu kommen. Eine zufällige Begegnung in einem Nachtclub in Llandudno mit dem verwundeten Soldaten Lee öffnet ihr kurzzeitig die Tür zu etwas Besserem. Für einen Moment erhascht Effi einen Blick auf ein Leben, das sie sich nie hätte träumen lassen – doch die Realität, die darauf folgt, ist weitaus härter.
Während sie als alleinstehende, arbeitslose werdende Mutter in die Zukunft blickt, deckt Effis Geschichte eine gravierende gesellschaftliche Krise auf: ein System mit zu wenigen Entbindungsstationen, zu wenigen Hebammen und zu vielen unmöglichen Entscheidungen, die eher aus der Not heraus als aus Fürsorge getroffen werden.
Der Film ist eine Verfilmung von Gary Owens von der Kritik gefeiertem Theaterstück Iphigenia in Splott, dessen Handlung jedoch in die weite Berglandschaft von Eryri (Snowdonia) in Nordwales verlegt wurde. Unter der Regie von Marc Evans, der hier sein Spielfilmdebüt gibt, begleitet der Film eine junge Frau, die am eigenen Leib erfährt, welchen persönlichen Preis unsere gesellschaftlichen Versäumnisse fordern – mit einer meisterhaften Darstellung der jungen walisischen Schauspielerin Leisa Gwenllian in der Titelrolle. In England verzeichnete Effi o Blaenau den bislang erfolgreichsten Kinostart eines walisischsprachigen Films.
