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Orwell: 2+2=5

26.09.2026
19:30
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Raoul Peck

Der Oscar-nomi­nier­te Regis­seur Raoul Peck ver­webt Archiv­auf­nah­men aus Ver­fil­mun­gen von 1984 mit einem Mosa­ik aus Bil­dern des 21. Jahr­hun­derts und ana­ly­siert meis­ter­haft Orwells vor­aus­schau­en­des Genie sowie sei­ne wich­ti­gen Leh­ren für unse­re Zeit und unse­re Zukunft.

1949. Geor­ge Orwell voll­endet sei­nen letz­ten und berühm­tes­ten Roman: 1984. Scho­nungs­los zeich­net Orwell die Machen­schaf­ten eines dik­ta­to­ri­schen Regimes und das erschre­cken­de Bild einer Gesell­schaft, in der alles und jeder rund um die Uhr über­wacht, in der Geschichts­schrei­bung ver­fälscht und den aktu­el­len poli­ti­schen Gege­ben­hei­ten ange­passt wird. Heu­te ist 1984 wie­der von erschre­cken­der Aktua­li­tät, und wir kön­nen uns dem beklem­men­den Wirk­lich­keits­be­zug nur schwer entziehen.

Orwell: 2+2=5 taucht tief in die letz­ten Lebens­mo­na­te des Autors und sei­ne visio­nä­ren Wer­ke ein, um die Wur­zeln jener zen­tra­len und beun­ru­hi­gen­den Kon­zep­te zu ergrün­den, die er der Welt in sei­nem dys­to­pi­schen Meis­ter­werk offen­bart hat … Dop­pel­den­ken, Gedan­ken­ver­bre­chen, Neu­sprech, das all­ge­gen­wär­ti­ge Gespenst des Gro­ßen Bru­ders … beun­ru­hi­gen­de Wahr­hei­ten, die heu­te mehr denn je nachhallen.

„Er hat alles gese­hen. Alles ana­ly­siert. Uns alle gewarnt. Es wirkt gera­de­zu iro­nisch, dass nun alle Anspruch auf ihn erhe­ben wol­len, beson­ders in der heu­ti­gen, bereits ver­än­der­ten Welt. Als ich vor eini­gen Jah­ren zwei mei­ner ange­se­hens­ten Schrift­stel­ler­freun­de nach Orwell frag­te, zeig­ten ihre Ant­wor­ten sowohl Begeis­te­rung als auch Ver­är­ge­rung. Womit ich nicht gerech­net hat­te. Das mach­te mich noch neu­gie­ri­ger. Er wird als Pro­phet des Welt­un­ter­gangs geprie­sen. Als Ver­rä­ter der sozia­lis­ti­schen Bewe­gung ver­un­glimpft. Als Kolo­nia­list ver­teu­felt. Von neo­kon­ser­va­ti­ven Oppor­tu­nis­ten als Schutz­schild benutzt. Als Pro­phet von jenen ver­ehrt, die nach blin­dem Glau­ben suchen. Und doch steht er allein da, schroff und trot­zig. Ein Visio­när. Ein getarn­ter Anar­chist. Ein hart­nä­cki­ger Repor­ter mit wei­chem Her­zen. Ein Geschich­ten­er­zäh­ler, der die Welt so offen­bart, wie sie wirk­lich ist. Orwell.“ (Raoul Peck)Regisseur und Dreh­buch­au­tor Raoul Peck ist einer der pro­fi­lier­tes­ten Fil­me­ma­cher unse­rer Zeit. Für sei­nen Film I Am Not Your Negro über James Bald­win wur­de der ehe­ma­li­ge Kul­tur­mi­nis­ter Hai­tis 2017 für den Oscar nomi­niert und mit dem BAFTA und dem César aus­ge­zeich­net. Sei­nen Durch­bruch erlang­te Peck mit dem Doku­men­tar­film Lumum­ba: La mort du pro­p­hè­te (1991) und dem Spiel­film Lumum­ba (2000) über den kon­go­le­si­schen Dik­ta­tor. 2005 lief sein Film Some­ti­mes in April über den Völ­ker­mord in Ruan­da im Wett­be­werb der Ber­li­na­le. 2024 wur­de sein Film Ernest Cole: Lost and Found in Can­nes als bes­ter Doku­men­tar­film ausgezeichnet.

USA/F 2025 – Regie & Dreh­buch: Raoul Peck – Kame­ra: Juli­an Schwa­nitz, Ben­ja­min Blood­well & Stuart Luck – Schnitt: Marie Pas­caud & Alex­an­dra Strauss – Musik: Alex­ei Aigui – Eng­li­sche Ori­gi­nal­ver­si­on mit eng­li­schen Unter­ti­teln – FSK o. Ang. – 119 min

Coverbild ©
Good­fel­las