Ein Film von Kent Jones nach der Novelle Später Ruhm von Arthur Schnitzler
Mit einem fantastischen Willem Dafoe in der Hauptrolle sowie sanfter Ironie erzählt Late Fame eine Geschichte über die trügerische Wirkung von Lob und Schmeicheleien auf die fragile Künstlerseele und die fortdauernde, geisterhafte Präsenz der Vergangenheit – sei sie nun nur eingebildet oder lebhaft in Erinnerung geblieben. Deutschlandpremiere.
Ed Saxberger, ein in Vergessenheit geratener New Yorker Dichter, arbeitet bei der Post. Nachdem ein eifriger und schmeichelhafter junger Verehrer vor seiner Haustür auftaucht, wird Saxberger in einen Kreis von Bewunderern in den Zwanzigern aufgenommen, die ihn zum wiederentdeckten Genie erheben. Berauscht von der Aufmerksamkeit – und von der verführerischen Ausstrahlung Glorias, der „tragischen Heldin“ der Gruppe – setzt sich Saxberger nach und nach mit der Authentizität seines neu gefundenen Dichterkreises auseinander. Dieser nachdenkliche, geistreiche Film ist zudem ein wehmütiger und doch unromantischer Blick auf eine verschüttete Vorstellung vom Künstlerleben in Downtown New York.
Der Novellenstoff Später Ruhm, auch bekannt als Geschichte vom greisen Dichter, an dem Arthur Schnitzer zwischen dem Frühjahr 1894 und 1895 schrieb, wurde erst posthum veröffentlicht. Es war einer seiner letzten Texte, bevor er mit dem Stück Liebeleischlagartig berühmt wurde. Erst 2014 erschien der Text in einer längeren Fassung, der entgegen der Ankündigung einer literarischen Sensation dem Erwartungsdruck nicht anhalten konnte, dennoch „ein Ereignis für jeden literarisch Interessierten“, wie Hans-Jost Weyandt im Spiegel urteilte.Late Fame wurde unter anderem von Martin Scorsese produziert und feierte seine Premiere beim Filmfestival in Venedig. Regisseur Kent Jones lieferte damit seinen zweiten Spielfilm ab, nachdem er gemeinsam mit Scorsese an Dokumentarfilmen über Hitchcock, Truffaut und Elia Kazan gearbeitet hatte. Drehbuchautorin Samy Burch erhielt eine Oscar-Nominierung für ihr Skript zu dem Film May December von Todd Haynes.
