Film­le­sun­gen und Performances

Son Lewan­dow­ski: Die Routinen

27.09.2026
17:00
Uhr
Schloßtheater

Film­vor­füh­rung, Lesung und Gespräch mit Son Lewandowski

Auf kraft­vol­le Wei­se erzählt Son Lewan­dow­ski von Sport und Poli­tik, von fra­gi­len Bezie­hun­gen und den Gren­zen des eige­nen, altern­den Körpers.

Mün­chen. Mont­re­al. Tokio. Wenn die olym­pi­schen Spie­le anste­hen, blickt die gan­ze Welt auf eine Stadt, auf eine Mann­schaft, auf eine Leis­tungs­tur­ne­rin. Die Mäd­chen und Frau­en trai­nie­ren ihr gesam­tes Leben auf die­sen Moment hin. Aus die­sem Wir der Tur­ne­rin­nen, das in olym­pi­schen Jah­ren denkt, vom Trai­ning auf die Waa­ge zu den Wett­kämp­fen gedrängt wird, ent­springt ein Ich, die Tur­ne­rin Amik. Sie beugt sich den gna­den­lo­sen Wett­be­werbs­prin­zi­pi­en ihres Sports und mit jedem wei­te­ren Schritt auf ein Sie­ge­rin­nen­po­dest ent­fernt sie sich mehr von den Mäd­chen, die sie ges­tern noch getrös­tet haben. Die Geschich­ten von berühm­ten Tur­ne­rin­nen und der größ­te Miss­brauchs­skan­dal der Sport­ge­schich­te wer­den in die Geschich­te von Amik ein­ge­webt und machen Die Rou­ti­nen zu einer atem­lo­sen Leseerfahrung.

Über die Autorin:

Son Lewan­dow­ski lebt als Autorin und Kura­to­rin in Köln. 2023 wur­de sie zum Kla­gen­fur­ter Lite­ra­tur­kurs und der Autor:innenwerkstatt des LCB ein­ge­la­den. Mit Die kur­zen Kar­rie­ren stand sie in dem Jahr auf der Short­list des Edit-Essay­prei­ses. 2024 war sie Resi­die­ren­de des LITFILMS Fes­ti­val, außer­dem wur­de sie durch das Spalt­ma­ße-Sti­pen­di­um der Jür­gen Pon­to-Stif­tung geför­dert, 2025 durch das Arbeits­sti­pen­di­um der Kunst­stif­tung NRW.

Vor der Lesung: der Doku­men­tar­film Nadia Comăne­ci – Die Tur­ne­rin und der Diktator

Das unglaub­li­che Schick­sal von Nadia Comăne­ci, jener rumä­ni­schen Tur­ne­rin, die unter der Dik­ta­tur Ceaușes­cus leb­te und im Alter von 14 Jah­ren 1976 in Mont­re­al die per­fek­te Note erziel­te – die ers­te 10 in der gesam­ten Geschich­te der Olym­pi­schen Spie­le. Eine unglaub­li­che sport­li­che Kar­rie­re, die sie bis zu ihrer Flucht aus Rumä­ni­en im Jahr 1989 mit einem wei­te­ren Kampf ver­band: dem Kampf, trotz der erdrü­cken­den Herr­schaft eines tyran­ni­schen Dik­ta­tors über ihr Leben und ihr Schick­sal selbst zu bestimmen.Regie: Pola Rapa­port, F 2015, 52 min

Coverbild ©
Maxi­mi­li­an Göde­cke Photography