Ein Film von Kim A. Snyder
In einer Dystopie, die einer Fortsetzung von Fahrenheit 451 gleicht, durchstreift der Dokumentarfilm The Librarians US-amerikanische Kleinstädte, um die Geschichte einiger standhafter Bibliothekar:innen zu erzählen: ganz normale Amerikaner:innen, die zu unerwarteten Verteidiger:innen der Demokratie und der Grundrechte geworden sind.
Im Oktober 2021 veröffentlichte Matt Krause, Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas, eine Liste mit 850 Büchern, die von den Schulen auf obszöne und rassistische Inhalte überprüft werden sollten, und forderte die Behörden auf, Standards zu entwickeln, um sicherzustellen, dass „Pornografie“ und alles, was bei Schülern „Unbehagen, Schuldgefühle oder Qualen“ auslösen könnte, entfernt wird. Der Großteil der beanstandeten Inhalte hatte Themen rund um Rassismus oder LGBTQIA+-Menschen zum Gegenstand. Elternrechtsgruppen wie „Moms for Liberty“ engagierten sich landesweit, und die Anfechtungen von Büchern eskalierten exponentiell und wurden besser koordiniert. Gefährdete Bibliothekar:innen waren und sind nach wie vor im Visier.
Mit ihrem einzigartigen Einblick in eine sich gerade entwickelnde neue Bewegung nehmen uns die Bibliothekarinnen und Bibliothekare mit auf eine Odyssee quer durch Amerika, um ihre Geschichte des Widerstands gegen Zensurbemühungen zu erzählen. Wir begegnen einem Veteranen der US-Armee, der entlassen wurde, weil er sich weigerte, Bücher, die sich mit Rassismus beschäftigen, aus dem Bestand zu entfernen – und lokalen Politikern, die versuchten, die öffentliche Bibliothek kurzerhand zu schließen. Eine Bibliothekarin in New Jersey untersucht die Zusammenarbeit zwischen Organisationen für Elternrechte und einer landesweiten Kampagne zur Untergrabung des öffentlichen Bildungswesens, die in ihrem eigenen Schulbezirk zu direkten Angriffen führte, bei denen sie als „Pornografin, Pädophile und Kinderschänderin“ bezeichnet wurde. Eine landesweit anerkannte Bibliothekarin wird in ihrer Heimatgemeinde in Louisiana mit Morddrohungen überschüttet, wo sie zwölf Schüler durch Selbstmord verloren hat, weil diese sich als „Außenseiter“ fühlten. Die Spannungen eskalieren, da immer mehr Gesetzesvorlagen auf den Weg gebracht werden, die vorsehen, Bibliothekar:innen wegen der Weitergabe mutmaßlich pornografischen Materials an Minderjährige unter Strafe zu stellen. Während sich die Krise zuspitzt, schließen sie sich als ungewöhnliche Verbündete an vorderster Front der Demokratie zusammen.
Für ihren Dokumentarkurzfilm Death By Numbers wurde Kim A. Snyder 2025 für den Oscar nominiert, nachdem er beim Hamptons International Film Festival 2024 seine Premiere gefeiert hatte. The Librarians wurde beim Sundance Film Festival 2025 uraufgeführt und gewann in der Folge acht internationale Festivalpreise.
