LIT.dok

Kni­fe: The Attempt­ed Mur­der of Sal­man Rushdie

20.09.2026
20:00
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Alex Gibney

Kni­fe beleuch­tet Sal­man Rush­dies Hei­lungs­pro­zess nach dem ver­hee­ren­den Mes­ser­an­griff 2022. Anhand von bis­her unver­öf­fent­lich­tem, per­sön­li­chem Film­ma­te­ri­al von Rush­dies Ehe­frau Rachel Eli­za Grif­fiths beglei­tet der Doku­men­tar­film von Oscar-Preis­trä­ger Alex Gib­ney den Schrift­stel­ler nicht nur bei sei­ner kör­per­li­chen Gene­sung, son­dern auch bei der Wie­der­ge­win­nung sei­ner geis­ti­gen Kraft und sei­ner Hoff­nung auf die Zukunft.

Mehr als 30 Jah­re, nach­dem der Iran eine Fat­wa erlas­sen hat­te – ein reli­giö­ses Urteil, das den Tod des Autors Sal­man Rush­die wegen sei­nes Romans Die sata­ni­schen Ver­se for­der­te –, reis­te Rush­die nach Chau­tau­qua, New York, um über die Ver­ei­nig­ten Staa­ten als Zufluchts­ort für ver­bann­te Schrift­stel­ler und Künst­ler zu spre­chen. Dort stürm­te ein jun­ger Mann die Büh­ne, ent­schlos­sen, ihn mit einem Mes­ser zu töten.

Der Film ent­hält bis­her unver­öf­fent­lich­tes Film­ma­te­ri­al, das Rush­dies Ehe­frau Rachel Eli­za Grif­fiths in den Tagen und Wochen nach dem Anschlag auf­ge­nom­men hat. Die­ses Mate­ri­al bie­tet eine anschau­li­che, scho­nungs­lo­se und zutiefst inti­me Schil­de­rung der Gescheh­nis­se. Der Film zeich­net zudem Rush­dies kör­per­li­che und see­li­sche Gene­sung nach, ein­schließ­lich der Her­aus­for­de­run­gen, denen er sich wei­ter­hin stel­len muss – vom Ver­lust eines Auges bis hin zur ein­ge­schränk­ten Funk­ti­ons­fä­hig­keit einer Hand.

Kni­fe ver­bin­det Repor­ta­ge mit fik­tio­na­li­sier­ten Dia­lo­gen, um die Denk­wei­se des Angrei­fers zu ergrün­den und dem „War­um“ hin­ter der Gewalt auf den Grund zu gehen. Im Kern ist der Film ein Por­trät der Wider­stands­fä­hig­keit – von Rush­dies eige­ner außer­ge­wöhn­li­cher Stär­ke und der Lie­be, die ihn durch die­se Zeit getra­gen hat – und ein Auf­ruf zum Han­deln gegen Zen­sur und Hass. Der Film spie­gelt wider, wie Rush­die sein Schrei­ben als sein eige­nes „Mes­ser“ betrach­tet – als ein Werk­zeug, um sich zu weh­ren, sei­ne Geschich­te zurück­zu­ge­win­nen und auf Gewalt mit Fan­ta­sie und Kunst zu reagieren.

Anhand von Aus­zü­gen aus Rush­dies Wer­ken, dar­un­ter sei­ne ein­dring­li­chen Memoi­ren Kni­fe: Gedan­ken nach einem Mord­ver­such, ist Alex Gib­neys Doku­men­tar­film sowohl ein ein­drucks­vol­les Bekennt­nis zur Mei­nungs­frei­heit als auch eine trot­zi­ge Ant­wort auf das Atten­tat auf Rushdie.Das Esqui­re-Maga­zin hat Alex Gib­ney als „den bedeu­tends­ten Doku­men­tar­fil­mer unse­rer Zeit“ bezeich­net. Gib­neys Fil­mo­gra­fie, die sowohl Kino- als auch Fern­seh­pro­jek­te umfasst, hat ihm Oscar‑, Emmy‑, Grammy‑, Pea­bo­dy- und WGA-Aus­zeich­nun­gen ein­ge­bracht. Außer­dem wur­de ihm der Emmy Life­time Achie­ve­ment Award 2024 ver­lie­hen. Zu sei­nen weg­wei­sen­den Doku­men­tar­fil­men zäh­len Taxi to the Dark Side (2007, Oscar-Preis­trä­ger), Enron: The Smar­test Guys in the Room (2005, Oscar-Nomi­nie­rung), Going Clear: Sci­en­to­lo­gy and the Pri­son of Belief (2015, drei­fa­cher Emmy-Preis­trä­ger), sowie Zero Days (2016, Oscar-Short­list und BAFTA-Nominierung).

USA 2026 – Regie & Dreh­buch: Alex Gib­ney – Kame­ra: Rachel Eli­za Grif­fiths – Schnitt: Andy Grie­ve – Musik: Will Bates – Eng­li­sche Ori­gi­nal­ver­si­on mit eng­li­schen Unter­ti­teln – FSK o. Ang. – 107 min

Coverbild ©
Dog­woof