Ein Film von Werner Schroeter nach dem Roman von Ingeborg Bachmann
Werner Schroeters Malina ist eine hypnotische Visualisierung von Ingeborg Bachmanns gleichnamigem Roman. Der 1991 erschienene Film, mit einem Drehbuch von Elfriede Jelinek, entführt das Publikum in die labyrinthische Gedankenwelt einer Wiener Schriftstellerin. In der Hauptrolle brilliert Isabelle Huppert als namenlose Ich-Erzählerin, deren Leben von zwei gegensätzlichen Männern bestimmt wird.
Die namenlose Hauptfigur lebt mit ihrem Freund Malina in Wien und verliebt sich in den jungen Ungarn Ivan. Als Ivan jedoch wieder das Interesse an ihr verliert, stürzt die Schriftstellerin in eine existenzielle Krise. Während ihr der Bezug zur Realität allmählich entgleitet, erweist sich Malina als rettender Anker und schreckliches Verhängnis zugleich.
Ingeborg Bachmann nannte die Romanvorlage eine „imaginäre Autobiographie“, weshalb sie häufig als Schlüsselroman für ihre Beziehung mit Max Frisch gelesen wird. Neben den autobiografischen Referenzen zeichnet sich die Literaturvorlage durch ihre komplexe Erzählstruktur aus – kein leichtes Ausgangsmaterial für einen Spielfilm.
Der Online-Zeitschrift En attendant Nadeau zufolge ist das Unterfangen jedenfalls geglückt. Sie nennt Schroeter anlässlich der Wiederaufführung auf dem Festival Lumière 2025 einen „barocken Poeten“, der ein „flammendes und halluziniertes Werk“ schuf. Auf dem Festival wurde Malina zudem mit dem Label Lumière Classic ausgezeichnet, das die besten Restaurierungen des Jahres kürt.
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis für den besten Film, die beste Regie, den besten Schnitt und die beste darstellerische Leistung für Isabelle Huppert.
