Hom­mage an Elfrie­de Jelinek

Mali­na

20.09.2026
17:30
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Wer­ner Schroe­ter nach dem Roman von Inge­borg Bachmann

Wer­ner Schroe­ters Mali­na ist eine hyp­no­ti­sche Visua­li­sie­rung von Inge­borg Bach­manns gleich­na­mi­gem Roman. Der 1991 erschie­ne­ne Film, mit einem Dreh­buch von Elfrie­de Jeli­nek, ent­führt das Publi­kum in die laby­rin­thi­sche Gedan­ken­welt einer Wie­ner Schrift­stel­le­rin. In der Haupt­rol­le bril­liert Isa­bel­le Hup­pert als namen­lo­se Ich-Erzäh­le­rin, deren Leben von zwei gegen­sätz­li­chen Män­nern bestimmt wird.

Die namen­lo­se Haupt­fi­gur lebt mit ihrem Freund Mali­na in Wien und ver­liebt sich in den jun­gen Ungarn Ivan. Als Ivan jedoch wie­der das Inter­es­se an ihr ver­liert, stürzt die Schrift­stel­le­rin in eine exis­ten­zi­el­le Kri­se. Wäh­rend ihr der Bezug zur Rea­li­tät all­mäh­lich ent­glei­tet, erweist sich Mali­na als ret­ten­der Anker und schreck­li­ches Ver­häng­nis zugleich.

Inge­borg Bach­mann nann­te die Roman­vor­la­ge eine „ima­gi­nä­re Auto­bio­gra­phie“, wes­halb sie häu­fig als Schlüs­sel­ro­man für ihre Bezie­hung mit Max Frisch gele­sen wird. Neben den auto­bio­gra­fi­schen Refe­ren­zen zeich­net sich die Lite­ra­tur­vor­la­ge durch ihre kom­ple­xe Erzähl­struk­tur aus – kein leich­tes Aus­gangs­ma­te­ri­al für einen Spielfilm. 

Der Online-Zeit­schrift En atten­dant Nadeau zufol­ge ist das Unter­fan­gen jeden­falls geglückt. Sie nennt Schroe­ter anläss­lich der Wie­der­auf­füh­rung auf dem Fes­ti­val Lumiè­re 2025 einen „baro­cken Poe­ten“, der ein „flam­men­des und hal­lu­zi­nier­tes Werk“ schuf. Auf dem Fes­ti­val wur­de Mali­na zudem mit dem Label Lumiè­re Clas­sic aus­ge­zeich­net, das die bes­ten Restau­rie­run­gen des Jah­res kürt.

Aus­ge­zeich­net mit dem Deut­schen Film­preis für den bes­ten Film, die bes­te Regie, den bes­ten Schnitt und die bes­te dar­stel­le­ri­sche Leis­tung für Isa­bel­le Huppert.

D/A 1991 – Regie: Wer­ner Schroe­ter – Dreh­buch: Elfrie­de Jeli­nek & Wer­ner Schroe­ter – Kame­ra: Elfi Mikesch – Schnitt: Julia­ne Lorenz – Musik: Gia­co­mo Man­zo­ni – mit Isa­bel­le Hup­pert, Mathieu Car­ri­è­re, Can Togay, Fritz Sche­di­wy, Isol­de Barth, Peter Kern u.a. – Deut­sche Ori­gi­nal­ver­si­on – FSK ab 16 – 125 min

Coverbild ©
DFF