Hom­mage an Elfrie­de Jelinek

Lieb­ha­be­rin­nen

26.09.2026
20:00
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Koxi nach dem Roman von Elfrie­de Jelinek

mit anschlie­ßen­dem Film­ge­spräch mit Koxi

Mit die­ser moder­nen Adap­ti­on von Elfrie­de Jelin­eks Roman Die Lieb­ha­be­rin­nen insze­niert Regis­seu­rin Koxi einen absurd-humor­vol­len und bit­ter­tra­gi­schen Film, der uns dar­an erin­nert, wie sehr wir auch heu­te der Öko­no­mie der Lie­be und der Selbst­aus­beu­tung aus­ge­lie­fert sind.

Bri­git­te (Johan­na Woka­lek) woll­te immer etwas Beson­de­res sein. Doch inzwi­schen hat sie nicht nur das Alter ein­ge­holt, son­dern auch die Erkennt­nis, dass ihr Leben einem Scher­ben­hau­fen gleicht. Um sich finan­zi­ell über Was­ser zu hal­ten, schläft sie in der Umklei­de ihres 24/7‑­Fit­ness-Stu­di­os und kämpft ener­gisch dar­um, schön und fit zu blei­ben. Als Mes­se­hos­tess wirbt sie für luxu­riö­se End­zeit­bun­ker, aber ihre jün­ge­ren Kol­le­gin­nen sind ehr­gei­zi­ger und makel­lo­ser. Ein­sam und aus­ge­brannt lässt sie sich durch die sozia­len Medi­en trei­ben, bis sie auf die jun­ge Pau­la (Han­nah Schil­ler) stößt, die ihren All­tag dokumentiert. 

Was als bei­läu­fi­ges Scrol­len beginnt, wird für Bri­git­te zur Obses­si­on. Sie ver­liert sich im digi­ta­len Spie­gel eines Lebens, wel­ches sie bereits ver­lo­ren hat und ent­wi­ckelt eine para­so­zia­le Bezie­hung zu Pau­la. Bri­git­te bewun­dert, wie scho­nungs­los Pau­la aus ihrem Kör­per, ihrem Bade­was­ser oder sogar ihren Fuß­nä­geln Kapi­tal schlägt, um dem Dorf zu ent­flie­hen und end­lich berühmt zu wer­den.

Bri­git­te will auch ihrer Mise­re ent­kom­men und als sie auf den groß­spu­ri­gen Berufs­sohn Heinz (Ben Mün­chow) trifft, wit­tert sie ihre Gele­gen­heit. Getrie­ben von der Hoff­nung, dies­mal alles rich­tig zu machen, lässt Bri­git­te sich coa­chen. Sie will von ganz unten nach ganz oben, denn jede Kri­se, so lernt sie, ist auch eine Chan­ce. Um aus ihrem Leben end­lich aus­zu­bre­chen, bleibt den bei­den Lieb­ha­be­rin­nen Bri­git­te und Pau­la nur ein Aus­weg, für den sie aller­dings einen hohen Preis bezah­len müssen.

Lieb­ha­be­rin­nen ist das Spiel­film­de­büt der deutsch-luxem­bur­gi­schen Kom­po­nis­tin und Fil­me­ma­che­rin Caro­li­ne Kox, Künst­ler­na­me Koxi. Sie stu­dier­te an der Kunst­hoch­schu­le für Medi­en Köln und gewann als Pro­du­zen­tin 2016 den Deut­schen Kurz­film­preis in Gold für Ein Aus Weg von Simon Stein­horst und Han­nah Strag­holz. Mit Anto­nio De Luca schrieb sie zahl­rei­che Film­mu­si­ken, unter ande­rem für Über Bar­ba­ros­sa­platz (2016) und den 2021 mit dem Grim­me-Preis aus­ge­zeich­ne­ten Fern­seh­film Wir wären ande­re Men­schen von Jan Bon­ny sowie für Ver­giss Meyn Nicht von Fabia­na Fra­ga­le, Kili­an Kuh­len­dahl und Jens Mühl­hoff (2023).

D/LUX 2026 – Regie: Koxi – Dreh­buch: Anto­nio De Luca & Koxi – Kame­ra: Jakob Ber­ger – Schnitt: Andre­as Menn & Anto­nio De Luca – Musik: para­dies – mit Johan­na Woka­lek, Han­nah Schil­ler, Ben Mün­chow, Sar Adi­na Scheer, Susan­ne Bre­de­höft, Vic­to­ria Trautt­mans­dorff, Ste­pha­nie Strem­ler u.a. – Deut­sche Ori­gi­nal­ver­si­on – FSK 16 – 98 min

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Film­welt