Für das diesjährige LITFILMS Literatur Film Festival, das vom 18. bis 27. September 2026 in Münster stattfinden wird, stehen erste Programmhighlights fest. In seiner vierten Ausgabe richtet das deutschlandweit einzige Festival, das sich gleichermaßen der Literatur und dem Film sowie dem vielfältigen Spannungsfeld der beiden Künste verschrieben hat, seinen Fokus auf prägende Autorinnen und Filmemacherinnen.
In ihrem Live-Programm Jane Austen und ihre Männer nehmen Anja Rützel und Annika Brockschmidt die Männer in Jane Austens Romanen – und deren Verfilmungen – unter die feministische Lupe. Mr. Darcy, Mr. Knightley und Captain Wentworth sind charmant, kompliziert, manchmal erstaunlich modern, manchmal erstaunlich problematisch. Wie fortschrittlich – und wie toxisch – sind diese Herren aus heutiger Sicht? Austens Erzählton, ihr subversiver Witz und ihre Ironie stehen dabei im Mittelpunkt: Sie schreibt über Männer, aber nicht zu ihren Gunsten, und demontiert mit feinem Spott männliche Selbstgewissheit, lange bevor das ganze Elend mit dem leidigen Patriarchat als solches benannt wurde. Ein Abend über Liebe, Macht, Geld und die erstaunliche Modernität einer Autorin, die schon vor einem Vierteljahrtausend wusste, dass Humor die schärfste Form von Analyse ist. Am 21. September um 20:00 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur.
Am 22. September, ebenfalls in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, wird die Schauspielerin Judith Hoersch aus ihrem Debütroman „Niemands Töchter“ (Piper Verlag) lesen. Ihr Erstlingswerk erforscht zeitlose Fragen wie Identität, die Suche nach der eigenen Herkunft und den Einfluss von Familienwunden über mehrere Generationen. Judith Hoersch verkörpert seit acht Jahren die Titelrolle in der ZDF-Erfolgsserie „Lenz Lorenz“. Als Tochter eines Journalisten wurde sie schon als Kind zum Schreiben inspiriert.
Einen dritten Festivalabend im LWL-Museum für Kunst und Kultur bestreitet am 23. September die Autorin Rike Reiniger, die ihren biografischen Roman „24 Bilder pro Sekunde“ (KLAK Verlag) über Lotte Reiniger, die Pionierin des Animationsfilms, vorstellt. Vor genau 100 Jahren präsentierte die junge Trickfilmkünstlerin mit „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ den ersten abendfüllenden Scherenschnittfilm. Im pulsierenden Kunstleben der Weimarer Republik wird sie über Nacht zum Star. Wie Lotte Reiniger für diesen Erfolg ihre Liebe zu einer Frau verschweigt und bis in die Rastlosigkeit des Exils ihren Traum von einem nächsten großen Trickfilm verfolgt, erzählt Rike Reinigers Romanbiografie.
In Kooperation mit dem Literaturverein Münster finden drei weitere Lesungen im Rahmen des LITFILMS Festivals statt. Am 24. September im Theatertreff lädt die Autorin und Filmemacherin Tamar Noort dazu ein, sich mit dem „Schlaf der Anderen“ (Rowohlt Verlag) zu beschäftigen. Der zweite Roman der Hamburger Literaturpreisträgerin erzählt von zwei Frauen, die sich in einem Schlaflabor kennenlernen und einander von dem Takt, den der Alltag ihnen vorgibt, befreien. Sie begeben sich auf eine Reise durch die Nacht, in der nichts mehr bleibt, wie es war.
Am 26. September ist der Autor und Filmemacher David Vajda mit seinem gefeierten Romandebüt „Diamanten“ (Hanser Verlag) zu Gast im Theatertreff und in einer Sonntagsmatinee am 27. September im Schloßtheater stellt er seinen Film „Jesus Egon Christus“ vor, der seine Premiere auf der Berlinale feierte. Und am 27. September kehrt die Autorin Son Lewandowski, Residenzkünstlerin des LITFILMS 2024, nach Münster zurück und liest aus ihrem preisgekrönten Roman „Die Routinen“ (Klett-Cotta Verlag), der schonungslos aufzeigt, was hinter den glänzenden Fassaden des Leistungsturnens geschieht.
Der Vorverkauf für die Lesungen im LWL-Museum für Kunst und Kultur und im Theatertreff startet am 10. Juli. Das Filmprogramm des LITFILMS im Schloßtheater, bei dem u. a. eine Retrospektive zum filmischen Wirken der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gezeigt wird, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiert, wird Ende August veröffentlicht.
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