Elfrie­de Jeli­nek – Die Spra­che von der Lei­ne lassen

● 18.9.2022, 18:00 Uhr
→ Schloß­thea­ter

Tickets Trai­ler Web­site

Ein Film von Clau­dia Müller

Deutschland/Österreich 2022 – Regie & Dreh­buch: Clau­dia Mül­ler – Kame­ra: Chris­ti­ne A. Mai­er – Musik: Eva Jant­schitsch – Mit Elfrie­de Jeli­nek, Sophie Rois, Ste­fa­nie Rein­sper­ger, Maren Kroy­mann, San­dra Hül­ler, Mar­tin Wutt­ke, Ilse Rit­ter u.a. – DF – 90 min

„Wun­der­kind, Skan­dal­au­torin, Vater­lands­ver­rä­te­rin, Femi­nis­tin, Mode­lieb­ha­be­rin, Kom­mu­nis­tin, Sprach­ter­ro­ris­tin, Rebel­lin, Enfant ter­ri­ble, Nest­be­schmut­ze­rin, genia­le, ver­letz­li­che Künstlerin“.

Clau­dia Mül­lers Film über Elfrie­de Jeli­nek, die 2004 als ers­te öster­rei­chi­sche Schrift­stel­le­rin mit dem Nobel­preis für Lite­ra­tur aus­ge­zeich­net wur­de, stellt ihren künst­le­ri­schen Umgang mit Spra­che in den Mit­tel­punkt. Viel­schich­tig und asso­zia­tiv nähert er sich der Kunst sei­ner Prot­ago­nis­tin mit ihren eige­nen sprach­kom­po­si­to­ri­schen Ver­fah­ren. Unter Mit­wir­kung und mit den Stim­men von Ilse Rit­ter, San­dra Hül­ler, Ste­fa­nie Rein­sper­ger, Sophie Rois, Maren Kroy­mann und Mar­tin Wutt­ke ist ein viel­schich­ti­ges und fas­zi­nie­ren­des Film­por­trät entstanden.

Kaum eine ande­re Schrift­stel­le­rin hat die Gemü­ter je so pola­ri­siert, wie Elfrie­de Jeli­nek. Kaum eine ande­re Künst­le­rin erfährt so viel öffent­li­che Wahr­neh­mung wie sie. Über kaum eine ande­re Schrift­stel­le­rin wird mehr geforscht und geschrie­ben. Sie wird beschimpft und belei­digt, ver­ehrt und gewür­digt, und hat für ihre Arbei­ten sämt­li­che Aus­zeich­nun­gen erhal­ten, die die Lite­ra­tur- und Thea­ter­welt zu ver­ge­ben hat.

Aus­ge­hend von der Bio­gra­fie der 1946 gebo­re­nen Künst­le­rin, die als „dres­sier­tes musi­ka­li­sches Wun­der­kind“ bereits Ende der 1960er Jah­re ihre ers­ten Aus­zeich­nun­gen für ihre lite­ra­ri­schen Arbei­ten erhielt, taucht der Film in die öster­rei­chi­sche Nach­kriegs­ge­schich­te ein, die von Ver­drän­gung und Opfer­my­thos geprägt ist. Künst­le­ri­sche Ein­flüs­se wie die der Wie­ner Grup­pe oder der Wie­ner Aktio­nis­ten, die in ihrer Radi­ka­li­tät mit kaum einer ande­ren künst­le­ri­schen Bewe­gung ver­gleich­bar ist, sind u.a. Quel­len, aus denen sich ihr Werk entwickelt.

Der „musi­ka­li­sche Fluss von Stim­men und Gegen­stim­men“ für den Elfrie­de Jeli­nek die höchs­te lite­ra­ri­sche Aus­zeich­nung zuer­kannt wur­de, wird in Clau­dia Mül­lers Film Elfrie­de Jeli­nek – Die Spra­che von der Lei­ne las­sen zu einem visu­el­len Mon­ta­ge­fluss, der das Werk der wohl umstrit­tens­ten und pro­duk­tivs­ten Aus­nah­me­künst­le­rin wie ein Kunst­werk ausstellt.