Filmlesungen, Gesprächsrunden, Workshops, Performances

Der Ver­lust der Jugend: Film­le­sun­gen mit Tho­mas Empl

09.10.2020
20:00
Uhr
Westfälischer Kunstverein

Der gro­ße Schrift­stel­ler Wolf­gang Herrn­dorf schrieb ein­mal vom Ver­lust von Tie­fe und Sen­si­bi­li­tät, den er beim Erwach­sen­wer­den emp­fand. Mit wel­chen „thea­tra­li­schen Ges­ten“ er die­sen Ver­lust mit Anfang zwan­zig zu kom­pen­sie­ren ver­such­te. Und mit Ende zwan­zig? Anfang, Mit­te dreißig? 

Sind uns auch noch die thea­tra­li­schen Ges­ten abhan­den­ge­kom­men. Gibt es Narr­hei­ten, die wir für nie­man­den mehr anstel­len, Aben­teu­er, die zu anstren­gend gewor­den sind, Rich­tun­gen, die wir nicht mehr ein­schla­gen kön­nen. Bun­des­li­ga­spie­ler nähern sich dem Kar­rie­re­en­de, Bal­le­ri­nas wer­den wir auch kei­ne mehr, über­all lau­ern Hoch­zei­ten, Klein­kin­der und Achtsamkeits-Ratgeber. 

Bleibt nur die Nost­al­gie, die Anpas­sung, die Akzep­tanz der Welt? Oder grei­fen wir doch wie­der zu den Waf­fen, um ihr „bei­zei­ten noch mit der Axt den Schä­del zu spal­ten“ (Herrn­dorf)?

Der dies­jäh­ri­ge litfilms artist in resi­dence Tho­mas Empl hat jun­ge Schriftsteller*innen und einen Fil­me­ma­cher ein­ge­la­den, sich mit dem Ver­lust der Jugend auseinandersetzen. 

Es lesen Nata­lie Hara­pat, Leo­nard Pran­di­ni und San­dra Ried­mair, außer­dem wird der Spiel­film Arme Rit­ter (71 min, Regie und Buch: Flo­ri­an Schmitz) gezeigt. Im Anschluss spre­chen die Künstler*innen über die Schnitt­stel­len von Lite­ra­tur und Film.

Künst­le­rIn­nen über die Schnitt­stel­len von Lite­ra­tur und Film. von Lite­ra­tur und Film.