LIT.shorts

LIT.shorts – Kurzfilmwettbewerb 

19.09.2026
17:00
Uhr
Schloßtheater

Nach­dem beim LITFILMS 2024 erst­mals ein Kurz­film­pro­gramm gezeigt wur­de, fin­det in die­sem Jahr erst­mals ein Wett­be­werb für Kurz­fil­me statt, die sich auf unter­schied­lichs­te Arten mit Lite­ra­tur beschäf­ti­gen. Das Publi­kums­vo­ting ent­schei­det über den bes­ten Film, der mit einem Preis­geld in Höhe von 500 Euro sowie mit einer Unter­ti­telung für ein Fol­ge­pro­jekt, bei­des gestif­tet von der Unter­ti­tel-Werk­statt Müns­ter, prä­miert wird.

Mit Unter­stüt­zung der Poet­ry­film­ta­ge Weimar.

Good Girl

Regie: Matthew Thomp­son, GB 2024, 03:57 min

Die Schau­spie­le­rin Sido­nie McLa­ren trägt zwi­schen ihren Schwimm­ein­hei­ten im Pool Kim Addo­ni­zi­os Gedicht Good Girl über weib­li­che Rebel­li­on vor.

Kar­ten der Wildnis

Regie: Ali­ne Helm­cke, San­dra Reyes, Julia­ne Fran­ke, Fran­ka Sach­se, Cata­li­na Giral­do, Ana Val­le­jo, D 2025, 14:03 min

Aus­ge­hend von der his­to­ri­schen Land­ver­mes­sung durch Carl Fried­rich Gauß und Chris­ti­an Lud­wig Ger­ling fragt Kar­ten der Wild­nis nach den Gren­zen der Mess­bar­keit. Prä­zi­se Werk­zeu­ge tref­fen auf Wit­te­rung, Distanz und das, was sich nicht voll­stän­dig erfas­sen lässt. Sie­ben Künst­le­rin­nen wagen das Expe­ri­ment, gemein­sam und gleich­be­rech­tigt aus die­sem Stoff einen Film zu ent­wi­ckeln. Ana­lo­ge Ani­ma­ti­ons­tech­ni­ken und ein Text von Danie­la Danz die­nen als Aus­gangs­punk­te für neue Sichtweisen.

Onder­weg

Regie: Melo­dy Sig­mond, NL 2025, 02:40 min

Du kennst jede Kur­ve. Du schläfst, aber nicht ganz. Mit jeder Kur­ve weißt du, dass du dei­nem Ziel näher­kommst. Eine kur­ze Papier-Cut-Out-Ani­ma­ti­on, die sich mit dem Erwach­sen­wer­den, Ver­än­de­rung und (Un-)Abhängigkeit aus­ein­an­der­setzt. Durch stil­le Momen­te und ver­trau­te Wege fängt der Film den Über­gang von der Kind­heit hin zur Suche nach dem eige­nen Weg ein.

Wri­ting on Water

Regie: Huw Wahl, GB/NL 2025, 24:46 min

Ein inti­mes Film­por­trät und eine Erkun­dung, ent­stan­den in Zusam­men­ar­beit mit der Schrift­stel­le­rin und Ver­le­ge­rin Elte Rauch, deren Leben und Werk sich über Mee­re hin­weg und zwi­schen ver­schie­de­nen Regio­nen, Träu­men und Erin­ne­run­gen erstreckt. Geprägt von ihrem nie­der­län­disch-indo­ne­si­schen Erbe setzt sie sich mit Zuge­hö­rig­keit, Krea­ti­vi­tät und Kolo­ni­al­ge­schich­te aus­ein­an­der – und zeigt dabei, wie das Schrei­ben, ähn­lich wie Was­ser, ein Gleich­ge­wicht aus Bewe­gung und Ruhe darstellt.

Salt, Snow, Earth

Regie: Wen­dy Pye, GB 2025, 01:40 min

Zu Nao­mi Foyl­es knap­per Rezi­ta­ti­on ihres Gedichts prä­sen­tiert Regis­seu­rin Wen­dy Pye Archiv­auf­nah­men von Krieg, Völ­ker­mord, Pro­tes­ten und Umwelt­zer­stö­rung, durch­setzt mit Auf­nah­men aggres­si­ver Hand­zei­chen, dar­un­ter der Titel in bri­ti­scher Gebär­den­spra­che. Geschickt mon­tiert mit Jump Cuts und Über­blen­dun­gen hin­ter­fragt der Film, wer letzt­end­lich vom unauf­hör­li­chen Kreis­lauf aus glo­ba­lem Mili­ta­ris­mus, Impe­ria­lis­mus und Öko­zid profitiert.

Dear Cyborg

Regie: Fran­zis­ka Oster­mann, D 2026, 05:16 min

Fran­zis­ka Oster­mann ver­webt Poe­sie und KI-gene­rier­te Bil­der, um die ver­floch­te­nen Geschich­ten von Com­pu­tern, die aus dem Web­stuhl ent­stan­den sind – und letzt­lich von den Web­tech­ni­ken der Insek­ten – zu erfor­schen. Die Dich­te­rin erscheint als Cyborg, der mit und durch Tech­no­lo­gie schreibt. Poe­sie wird hier zur Schnitt­stel­le zwi­schen Kör­per, Sys­tem und Bild – zu einem orga­ni­schen, atmen­den Netz­werk neu­ro­na­ler Ein­ga­be­auf­for­de­run­gen und leben­di­gem Code.

Mein Kör­per ein Schneckenhaus

Regie: Jea­ni­ne Lang, D 2026, 02:04 min

Zwei Frau­en zwi­schen Kak­teen und stram­peln­den Fischen. Wäh­rend die eine nie ver­stummt, ver­sie­geln Schne­cken den Mund der ande­ren Frau. Der Film erzählt vom unfrei­wil­li­gen Rück­zug in den eige­nen Kör­per, von dem Wunsch gehört zu wer­den und der Erfah­rung sich immer wei­ter im eige­nen Schne­cken­haus zu ver­lie­ren, bis Stil­le zur Zuschrei­bung wird: als Lee­re, als Zustim­mung, als Bedeu­tungs­lo­sig­keit. Ein visu­el­ler Essay über Sprach­lo­sig­keit, Fremd­zu­schrei­bung und den Kampf, sich aus dem eige­nen Rück­zug wie­der zu befreien.

Die Unvor­zeig­bar­keit des­sen, was nie hät­te gesche­hen sollen

Regie: Sil­ke Schön­feld, D 2025, 24:56 min

Zwei Schwes­tern bege­ben sich wäh­rend der gemein­sa­men Gar­ten­ar­beit auf eine auf­wüh­len­de Rei­se in ihre Kind­heit, um Kon­ti­nui­tä­ten natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Erzie­hungs­idea­le nach­zu­spü­ren. Inwie­fern war auch ihre Erzie­hung durch den NS-Erzie­hungs­rat­ge­ber Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind, der noch bis 1987 mit ver­än­der­tem Titel wei­ter­ver­legt wur­de, geprägt?

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