Wett­be­werb Literaturadaption

Late Fame

25.09.2026
19:30
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Kent Jones nach der Novel­le Spä­ter Ruhm von Arthur Schnitzler

Mit einem fan­tas­ti­schen Wil­lem Dafoe in der Haupt­rol­le sowie sanf­ter Iro­nie erzählt Late Fame eine Geschich­te über die trü­ge­ri­sche Wir­kung von Lob und Schmei­che­lei­en auf die fra­gi­le Künst­ler­see­le und die fort­dau­ern­de, geis­ter­haf­te Prä­senz der Ver­gan­gen­heit – sei sie nun nur ein­ge­bil­det oder leb­haft in Erin­ne­rung geblie­ben. Deutschlandpremiere.

Ed Sax­ber­ger, ein in Ver­ges­sen­heit gera­te­ner New Yor­ker Dich­ter, arbei­tet bei der Post. Nach­dem ein eif­ri­ger und schmei­chel­haf­ter jun­ger Ver­eh­rer vor sei­ner Haus­tür auf­taucht, wird Sax­ber­ger in einen Kreis von Bewun­de­rern in den Zwan­zi­gern auf­ge­nom­men, die ihn zum wie­der­ent­deck­ten Genie erhe­ben. Berauscht von der Auf­merk­sam­keit – und von der ver­füh­re­ri­schen Aus­strah­lung Glo­ri­as, der „tra­gi­schen Hel­din“ der Grup­pe – setzt sich Sax­ber­ger nach und nach mit der Authen­ti­zi­tät sei­nes neu gefun­de­nen Dich­ter­krei­ses aus­ein­an­der. Die­ser nach­denk­li­che, geist­rei­che Film ist zudem ein weh­mü­ti­ger und doch unro­man­ti­scher Blick auf eine ver­schüt­te­te Vor­stel­lung vom Künst­ler­le­ben in Down­town New York.

Der Novel­len­stoff Spä­ter Ruhm, auch bekannt als Geschich­te vom grei­sen Dich­ter, an dem Arthur Schnit­zer zwi­schen dem Früh­jahr 1894 und 1895 schrieb, wur­de erst post­hum ver­öf­fent­licht. Es war einer sei­ner letz­ten Tex­te, bevor er mit dem Stück Lie­be­leischlag­ar­tig berühmt wur­de. Erst 2014 erschien der Text in einer län­ge­ren Fas­sung, der ent­ge­gen der Ankün­di­gung einer lite­ra­ri­schen Sen­sa­ti­on dem Erwar­tungs­druck nicht anhal­ten konn­te, den­noch „ein Ereig­nis für jeden lite­ra­risch Inter­es­sier­ten“, wie Hans-Jost Wey­andt im Spie­gel urteil­te.Late Fame wur­de unter ande­rem von Mar­tin Scor­se­se pro­du­ziert und fei­er­te sei­ne Pre­mie­re beim Film­fes­ti­val in Vene­dig. Regis­seur Kent Jones lie­fer­te damit sei­nen zwei­ten Spiel­film ab, nach­dem er gemein­sam mit Scor­se­se an Doku­men­tar­fil­men über Hitch­cock, Truf­f­aut und Elia Kazan gear­bei­tet hat­te. Dreh­buch­au­to­rin Samy Bur­ch erhielt eine Oscar-Nomi­nie­rung für ihr Skript zu dem Film May Decem­ber von Todd Haynes.

USA 2025 – Regie: Kent Jones – Dreh­buch: Samy Bur­ch – Kame­ra: Wyatt Gar­field – Schnitt: Mike Sele­mon – Musik: Don Fle­ming – mit Wil­lem Dafoe, Gre­ta Lee, Edmund Dono­van, Jake Lacy u.a. – Eng­li­sche Ori­gi­nal­ver­si­on mit eng­li­schen Unter­ti­teln – FSK o. Ang. – 96 min

Coverbild ©
Late Fame LLC