Wett­be­werb Literaturadaption

Effi o Blaenau

21.09.2026
19:30
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Marc Evans nach dem Stück Iphi­ge­nia in Splott von Gary Owen

In Anleh­nung an Gary Owens viel­ge­lob­tes Mono­dra­ma Iphi­ge­nia in Splott – einem moder­nen Thea­ter­klas­si­ker, der inter­na­tio­nal viel­fach auf­ge­führt wur­de – ist Effi o Blaen­au eine kom­plett wali­si­sche Inter­pre­ta­ti­on der klas­si­schen Tra­gö­die, die für die gro­ße Lein­wand neu kon­zi­piert wurde.

Die jun­ge Effi möch­te unbe­dingt aus ihrem Kaff raus, in dem die Pubs geschlos­sen, die Arbeits­plät­ze ver­schwun­den sind und ihre Groß­mutter Nacht­schich­ten in der ört­li­chen Pom­mes­bu­de schiebt, nur um über die Run­den zu kom­men. Eine zufäl­li­ge Begeg­nung in einem Nacht­club in Llan­dud­no mit dem ver­wun­de­ten Sol­da­ten Lee öff­net ihr kurz­zei­tig die Tür zu etwas Bes­se­rem. Für einen Moment erhascht Effi einen Blick auf ein Leben, das sie sich nie hät­te träu­men las­sen – doch die Rea­li­tät, die dar­auf folgt, ist weit­aus härter.

Wäh­rend sie als allein­ste­hen­de, arbeits­lo­se wer­den­de Mut­ter in die Zukunft blickt, deckt Effis Geschich­te eine gra­vie­ren­de gesell­schaft­li­che Kri­se auf: ein Sys­tem mit zu weni­gen Ent­bin­dungs­sta­tio­nen, zu weni­gen Heb­am­men und zu vie­len unmög­li­chen Ent­schei­dun­gen, die eher aus der Not her­aus als aus Für­sor­ge getrof­fen werden.

Der Film ist eine Ver­fil­mung von Gary Owens von der Kri­tik gefei­er­tem Thea­ter­stück Iphi­ge­nia in Splott, des­sen Hand­lung jedoch in die wei­te Berg­land­schaft von Ery­ri (Snow­do­nia) in Nord­wales ver­legt wur­de. Unter der Regie von Marc Evans, der hier sein Spiel­film­de­büt gibt, beglei­tet der Film eine jun­ge Frau, die am eige­nen Leib erfährt, wel­chen per­sön­li­chen Preis unse­re gesell­schaft­li­chen Ver­säum­nis­se for­dern – mit einer meis­ter­haf­ten Dar­stel­lung der jun­gen wali­si­schen Schau­spie­le­rin Lei­sa Gwenlli­an in der Titel­rol­le. In Eng­land ver­zeich­ne­te Effi o Blaen­au den bis­lang erfolg­reichs­ten Kino­start eines wali­sisch­spra­chi­gen Films.

GB 2026 – Regie: Marc Evans – Dreh­buch: Gary Owen – Kame­ra: Eira Wyn Jones – Schnitt: Elen Pier­ce Lewis – Musik: Ioa­na Sela­ru & Sion Tre­for – mit Lei­sa Gwenlli­an, Tom Rhys Har­ries, Owen Alun, Sion Eifi­on, Mared Lly­we­lyn u.a. – Wali­si­sche Ori­gi­nal­ver­si­on mit eng­li­schen Unter­ti­teln – FSK o. Ang. – 90 min

Coverbild ©
Met Film