Ein Film von Regina Schilling
mit anschließendem Filmgespräch mit Regina Schilling
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen.
Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
„Für diesen Film habe ich ein halbes Jahr noch einmal alles gelesen, was von und über Ingeborg Bachmann geschrieben wurde. Ich habe Heinz Bachmann, den jüngeren Bruder, kennengelernt und die Herausgeberinnen der Salzburger Bachmann-Edition, die Jahr für Jahr neue Texte aus dem Nachlass herausgeben. Ich habe sämtliche Ton- und Filmaufnahmen gesichtet, Radio-Kritiken gehört. Ich habe – soweit das möglich ist – alles durchdrungen und kondensiert in einem Montage-Buch. Ingeborg Bachmann in her own words … in Archivaufnahmen, Briefen, Tagebucheinträgen und ihrer Literatur.“ (Regina Schilling)
Regina Schilling war 23 Jahre lang Kuratorin des Internationalen Literaturfestivals lit.COLOGNE. Seit 2001 ist sie zudem als Dokumentarfilmerin tätig. Ihre Filme wurden auf internationalen Festivals wie dem Hot Docs Toronto, dem New York Jewish Film Festival, Bel Docs in Belgrad gezeigt. Der Dokumentarfilm Kulenkampffs Schuhe (2018) wurde mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war feierte seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm des diesjährigen DOK.fest München.
