LIT.dok

Inge­borg Bach­mann – Jemand, der ein­mal ich war

22.09.2026
19:30
Uhr
Schloßtheater

Ein Film von Regi­na Schilling

mit anschlie­ßen­dem Film­ge­spräch mit Regi­na Schilling

Zum 100. Geburts­tag von Inge­borg Bach­mann gelingt Regi­na Schil­ling eine so sinn­li­che wie intel­lek­tu­el­le Annä­he­rung an eine der bedeu­tends­ten Schrift­stel­le­rin­nen des 20. Jahr­hun­derts. Durch die kraft­vol­le Inter­pre­ta­ti­on von San­dra Hül­ler und meis­ter­haf­te Archiv­mon­ta­gen wird Bach­manns Sprach­ge­walt im Kino unmit­tel­bar erfahrbar.

In einer poe­ti­schen Spu­ren­su­che lässt Regis­seu­rin Regi­na Schil­ling das Publi­kum am Ent­ste­hen von Kunst teil­ha­ben: Schau­spie­le­rin San­dra Hül­ler nähert sich dem Leben von Inge­borg Bach­mann an einem ima­gi­nä­ren Tag und ver­leiht ihren Wor­ten eine ein­dring­li­che Prä­senz. Mit einem kunst­vol­len Geflecht aus impro­vi­sier­ten Sze­nen, Archiv­schät­zen, Inter­views und Bach­manns eige­nen Tex­ten durch­misst der Film die zen­tra­len Lebens­pha­sen der Autorin – von der Kriegs­kind­heit in Kärn­ten, dem Auf­stieg zum Star der Grup­pe 47 bis zu den letz­ten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeich­net von ihren kom­pli­zier­ten Bezie­hun­gen zu Paul Celan, Hans Wer­ner Hen­ze und Max Frisch und einem unnach­gie­bi­gen Rin­gen um eine eige­ne, radi­ka­le Spra­che zwi­schen öffent­li­chem Ruhm und exis­ten­zi­el­len Krisen.

Inge­borg Bach­mann – Jemand, der ein­mal ich war ist ein fil­mi­sches Por­trät, das die Zer­brech­lich­keit und Kraft einer Künst­le­rin fei­ert, die sich jeder Ver­ein­nah­mung ent­zog und deren Werk bis heu­te eine visio­nä­re Wucht besitzt.

„Für die­sen Film habe ich ein hal­bes Jahr noch ein­mal alles gele­sen, was von und über Inge­borg Bach­mann geschrie­ben wur­de. Ich habe Heinz Bach­mann, den jün­ge­ren Bru­der, ken­nen­ge­lernt und die Her­aus­ge­be­rin­nen der Salz­bur­ger Bach­mann-Edi­ti­on, die Jahr für Jahr neue Tex­te aus dem Nach­lass her­aus­ge­ben. Ich habe sämt­li­che Ton- und Film­auf­nah­men gesich­tet, Radio-Kri­ti­ken gehört. Ich habe – soweit das mög­lich ist – alles durch­drun­gen und kon­den­siert in einem Mon­ta­ge-Buch. Inge­borg Bach­mann in her own words … in Archiv­auf­nah­men, Brie­fen, Tage­buch­ein­trä­gen und ihrer Lite­ra­tur.“ (Regi­na Schilling)

Regi­na Schil­ling war 23 Jah­re lang Kura­to­rin des Inter­na­tio­na­len Lite­ra­tur­fes­ti­vals lit.COLOGNE. Seit 2001 ist sie zudem als Doku­men­tar­fil­me­rin tätig. Ihre Fil­me wur­den auf inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals wie dem Hot Docs Toron­to, dem New York Jewish Film Fes­ti­val, Bel Docs in Bel­grad gezeigt. Der Doku­men­tar­film Kulen­kampffs Schu­he (2018) wur­de mit zahl­rei­chen bedeu­ten­den Prei­sen aus­ge­zeich­net. Inge­borg Bach­mann – Jemand, der ein­mal ich war fei­er­te sei­ne Welt­pre­mie­re als Eröff­nungs­film des dies­jäh­ri­gen DOK.fest München.

D/A 2026 – Regie & Dreh­buch: Regi­na Schil­ling – Kame­ra: Johann Feindt – Schnitt: Cari­na Mer­gens – Musik: Anja Plaschg – mit San­dra Hül­ler – Deut­sche Ori­gi­nal­ver­si­on – FSK ab 6 – 98 min

Coverbild ©
Welt­ki­no