Ein Film von Kelly Copper & Pavol Liška nach dem Roman von Elfriede Jelinek
Ein Super-8-Ferienfilm wird zur Auferstehung der Untoten, heimatliche Idyllen werden gespenstisch untergraben: Nature Theater of Oklahoma adaptieren Elfriede Jelineks Opus Magnum Die Kinder der Toten.
Elfriede Jelineks monumentaler, nach ihrer eigenen Aussage wichtigster Roman Die Kinder der Toten als Vorlage für eine freie filmische Adaption an den Originalschauplätzen rund um die Kindheitsorte der Nobelpreisträgerin. Ein Super-8-Ferienfilm aus der Obersteiermark verwandelt sich schleichend in eine Auferstehung „untoter“ Gespenster. Die Frage nach der (Un-)Möglichkeit einer adäquaten Aufarbeitung aufgehäufter Schuld durchzieht all jene Terrains – Natur, Kultur, Gesellschaft, Geschichte –, die in der Gegenwart immer noch nationale Identität stiften.
„Österreichische Weltliteratur trifft amerikanische B‑Pictures? … Für uns klang das verführerisch. Ziemlich schnell wussten wir, dass das unser Ausgangspunkt sein müsste – irgendwo zwischen Horror und Heimat. In unserer Version von Die Kinder der Toten ist Film ebenso ein Protagonist wie ein Medium, durch das die Toten ins Leben zurückkehren. Im Französischen nennt man eine Filmvorführung „séance“ – das ist auch das Wort für die Beschwörung der Toten, und so muss es auch auf Leute gewirkt haben, die zum ersten Mal mit Laufbildern und Lichtspielen konfrontiert waren. Pure Magie.“ (Kelly Copper, Pavol Liška – Nature Theater of Oklahoma)
Uraufführung bei den 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin, ausgezeichnet mit dem Fipresci Jury Preis.
