Internationaler Wettbewerb Literaturadaption

Across the River and Into the Trees

23.09.2022
20:00
Uhr
Schloßtheater

Der in Ita­li­en sta­tio­nier­te Colo­nel Richard Cant­well (Liev Schrei­ber) ist ein ech­ter Kriegs­held, der die Nach­richt von einer unheil­ba­ren Krank­heit mit stoi­scher Gleich­gül­tig­keit hin­nimmt. Er ist fest ent­schlos­sen, sein Wochen­en­de in stil­ler Ein­sam­keit zu ver­brin­gen und requi­riert einen Mili­tär­fah­rer (Josh Hut­cher­son), der ihm einen wahr­schein­lich letz­ten Aus­flug zur Enten­jagd und einen Besuch sei­ner alten Lieb­lings­or­te in Vene­dig ermög­licht. Als Cant­wells Plä­ne zu schei­tern begin­nen, ent­facht eine zufäl­li­ge Begeg­nung mit einer jun­gen Grä­fin (Matil­da De Ange­lis) in ihm die Hoff­nung auf ein ande­res Leben.

Basie­rend auf dem letz­ten Roman, den Heming­way zu Leb­zei­ten ver­öf­fent­lich­te, fängt Across the River and Into the Trees mit Unter­stüt­zung einer inter­na­tio­na­len Star­be­set­zung einen flüch­ti­gen Moment der Unsterb­lich­keit ein, in dem die Zeit still­steht. Die Geschich­te ent­hält die gro­ßen Heming­way-The­men wie Lie­be, Krieg, Jugend und Alter.

Ein Bio­graph Heming­ways sieht eine Par­al­le­le zwi­schen Across the River and Into the Trees und Tho­mas Manns Tod in Vene­dig. Der Roman ist auf meh­re­ren Schich­ten von Sym­bo­len auf­ge­baut und wie in sei­nen ande­ren Wer­ken ver­wen­det Heming­way auch hier sei­nen unver­wech­sel­ba­ren, spar­sa­men Stil, bei dem die Sub­stanz unter der Ober­flä­che der Hand­lung liegt. 

Vor allem aber ist Across the River and Into the Trees eine Lie­bes­er­klä­rung an Vene­dig, wie auch die Regis­seu­rin Pau­la Ortiz betont: „Dies ist ein schö­ner Spa­zier­gang durch eine vene­zia­ni­sche Nach­kriegs­nacht, eine Anti­kriegs­ge­schich­te über den Weg zum Tod, zum Leben und zur Schön­heit – und eine not­wen­di­ge kine­ma­to­gra­fi­sche Erfah­rung in die­sen Zeiten.“